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Strom in Deutschland: Strommix, Preise und Anbieter 2026

Aktualisiert: September 2024 • Lesezeit: ca. 10 Minuten
Stromversorgung und Strommix in Deutschland

Der deutsche Strommarkt hat sich in wenigen Jahren stark veraendert: Die Kohleverstromung geht zurueck, Windkraft und Photovoltaik liefern inzwischen den groessten Teil des Stroms, und die Preise haben sich nach dem Krisenjahr 2022 schrittweise beruhigt. Fuer Haushalte bleibt Strom dennoch ein Kostenblock von oft mehr als 1.000 Euro im Jahr. Wir zeigen, wie der Strommix 2026 aussieht, was eine Kilowattstunde tatsaechlich kostet, welcher Verbrauch nach Haushaltsgroesse ueblich ist und worauf Sie bei Vertrag, Rechnung und Anbieterwechsel achten sollten. Alle Zahlen sind circa-Werte und dienen der Orientierung.

Wie sich der deutsche Strommix 2026 zusammensetzt

Die oeffentliche Nettostromerzeugung in Deutschland liegt 2026 bei ungefaehr 510 bis 530 Terawattstunden (TWh). Etwas mehr als 60 Prozent davon stammen aus erneuerbaren Quellen. Spitzenreiter ist die Windkraft, gefolgt von Photovoltaik und Biomasse. Kohle und Erdgas decken zusammen noch knapp ein Drittel, wobei beide Anteile seit Jahren sinken. Die Kernenergie ist seit April 2023 nicht mehr Teil des deutschen Strommix.

EnergietraegerAnteil am Strommix (ca.)Erzeugung ca. TWhTrend
Windkraft an Land25 %128steigend
Windkraft auf See (Offshore)6 %31steigend
Photovoltaik16 %82stark steigend
Biomasse8 %41weitgehend konstant
Wasserkraft5 %26witterungsabhaengig
Sonstige Erneuerbare1 %5gering
Braunkohle9 %46sinkend
Steinkohle6 %31sinkend
Erdgas16 %82sinkend, aber flexibel
Sonstige (Abfaelle, Mineraloel, Pumpspeicher, Importe)8 %41schwankend

Wichtig fuer die Einordnung: Diese Werte beschreiben den Jahresdurchschnitt. Stundenweise schwankt die Zusammensetzung erheblich - an einem sonnigen, windigen Mittag im Mai kann der erneuerbare Anteil bei ueber 90 Prozent liegen, in einer windstillen Winternacht bei unter 20 Prozent. Fuer diese sogenannten Dunkelflauten bleiben Gas- und Kohlekraftwerke sowie Speicher und Importe zentral.

Ein Oekostromtarif veraendert nicht den physikalischen Strom in Ihrer Steckdose. Er stellt sicher, dass Ihr Versorger fuer Ihren Verbrauch Strom aus erneuerbaren Anlagen einkauft und entsprechende Herkunftsnachweise entwertet. Das ist der Mechanismus, mit dem die Energiewende finanziert wird.

Was Haushaltsstrom 2026 kostet

Der Strompreis fuer Haushalte besteht aus zwei Teilen: dem Arbeitspreis in Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) und dem Grundpreis in Euro pro Monat oder Jahr. Der Arbeitspreis deckt Beschaffung, Vertrieb und die staatlich veranlassten Abgaben, der Grundpreis Zahler, Messung und Abrechnung. Wer nur auf den Arbeitspreis schaut, unterschaetzt die Gesamtkosten bei kleinem Verbrauch.

Bestandteil des ArbeitspreisesAnteil in ct/kWh (netto)Erlaeuterung
Strombeschaffung und Vertrieb17,00Einkauf an der Boerse, Marge des Anbieters
Netzentgelt Verteilnetz10,20regional unterschiedlich, staatlich reguliert
Messstellenbetrieb und Messung1,50Zaehler, Auslesung, Datenbereitstellung
Konzessionsabgabe2,00Abgabe an die Kommune fuer Leitungsnutzung
Stromsteuer2,05bundesweit einheitlich
KWKG-Umlage0,28Foerderung von Kraft-Waerme-Kopplung
Offshore-Netzumlage0,66Anbindung von Windparks auf See
Sonstige Umlagen und Abgaben0,11Restposten, Bilanzierung
Summe netto33,80zzgl. 19 % Umsatzsteuer
Endpreis Arbeitspreis (brutto)40,20typischer Grundversorgungstarif 2026

Der Unterschied zwischen Grundversorgung und Sondervertrag ist erheblich. In der Grundversorgung - dem teuren Standardtarif des oertlichen Versorgers - lagen die Arbeitspreise 2026 meist zwischen 38 und 45 ct/kWh. Guenstige Sondervertraege bei ueberregionalen Anbietern starteten haeufig bei 28 bis 31 ct/kWh. Hinzu kommt ein niedrigerer Grundpreis: statt 12 bis 16 Euro monatlich sind 8 bis 11 Euro ueblich.

Stromverbrauch nach Haushaltsgroesse und Ersparnis beim Wechsel

Wie viel Strom ein Haushalt verbraucht, haengt vor allem von der Personenzahl, der Wohnflaeche und davon ab, ob Warmwasser elektrisch bereitet wird. Ein Single-Haushalt ohne Durchlauferhitzer kommt mit etwa 1.500 kWh im Jahr aus, eine vierkoepfige Familie ohne elektrische Warmwasserbereitung liegt bei rund 4.500 kWh. Mit elektrischer Warmwasserbereitung oder Homeoffice steigen die Werte deutlich.

HaushaltsgroesseJahresverbrauch ca. kWhGrundversorgung (40,2 ct + 178,80 Euro/Jahr)Sondervertrag (29,5 ct + 118,80 Euro/Jahr)Ersparnis ca. Euro/Jahr
1 Person1.500793,80 Euro561,30 Euro232,50 Euro
2 Personen2.5001.203,80 Euro856,30 Euro347,50 Euro
3 Personen3.5001.613,80 Euro1.151,30 Euro462,50 Euro
4 Personen4.5002.023,80 Euro1.446,30 Euro577,50 Euro
4 Personen mit elektr. Warmwasser6.0002.591,40 Euro1.888,80 Euro702,60 Euro

Die Differenz ergibt sich aus zwei Hebeln: rund 11,5 ct/kWh beim Arbeitspreis und 60 Euro pro Jahr beim Grundpreis. Schon bei 1.500 kWh Jahresverbrauch summiert sich das auf ueber 230 Euro im Jahr - bei 4.500 kWh auf knapp 600 Euro. Der Aufwand fuer einen Wechsel liegt bei etwa 15 Minuten.

Bestehende Geraete sind oft die groesseren Sparhebel als der Tarif. Ein alter Kuehlschrank mit 400 statt 150 kWh im Jahr kostet bei 30 ct/kWh rund 75 Euro pro Jahr - dauerhaft. Ein Strommessgeraet fuer 20 bis 40 Euro zeigt innerhalb einer Woche, welche Verbraucher relevant sind.

Regionale Preisunterschiede

Strom ist in Deutschland regional unterschiedlich teuer. Hauptursache sind die Netzentgelte der oertlichen Verteilnetzbetreiber, die von der Netzdichte, dem Ausbaubedarf und der regionalen Einspeisung abhaengen. Zusaetzlich variieren Konzessionsabgaben je nach Gemeindegroesse. Das Ergebnis sind Unterschiede von mehreren Cent pro Kilowattstunde.

RegionGrundversorgung ca. ct/kWhguenstigster Sondervertrag ab ca. ct/kWhBesonderheit
Hamburg38,928,4dichte Netze, niedrige Netzentgelte
Berlin39,828,9viele ueberregionale Anbieter aktiv
Nordrhein-Westfalen40,229,1hoher Wettbewerb
Ostdeutschland ohne Berlin41,529,6teilweise hoehere Netzentgelte
Baden-Wuerttemberg42,830,4viele Stadtwerke, teils teuer
Bayern laendlich43,630,8kleine Netzgebiete, hohe Gestehungskosten
Schleswig-Holstein41,929,3viel Windeinspeisung, Netzausbau

Fuer die eigene Bewertung gilt: Der regionale Unterschied wirkt auf die Netzentgelte, die auch beim guenstigsten Sondervertrag anfallen. Deshalb ist ein Vergleich immer nur unter Angabe Ihrer Postleitzahl aussagekraeftig. Pauschale bundesweite Durchschnittswerte taugen nur fuer eine grobe Einordnung.

Die Stromrechnung richtig lesen

Eine Stromrechnung enthaelt eine Reihe von Begriffen, die auf den ersten Blick aehnlich aussehen. Wer sie auseinanderhalten kann, erkennt Fehlberechnungen schnell und kann Angebote korrekt vergleichen.

  1. Zaehlernummer und Marktlokations-ID (MaLo) pruefen - die MaLo identifiziert Ihre Entnahmestelle eindeutig und wird fuer jeden Wechsel benoetigt
  2. Zaehlerstaende vergleichen: Stand bei Vertragsbeginn, Stand am Abrechnungsstichtag und daraus resultierender Verbrauch in kWh
  3. Arbeitspreis in ct/kWh mit dem Verbrauch multiplizieren und das Ergebnis mit der Rechnung abgleichen
  4. Grundpreis auf das Jahr umrechnen, falls monatlich angegeben
  5. Abschlaege mit dem tatsaechlichen Verbrauch vergleichen - so erkennen Sie Nachzahlungen fruehzeitig
  6. Umsatzsteuer (19 Prozent) und eventuelle Rabatte oder Boni pruefen
  7. Vertragsdaten kontrollieren: Laufzeit, Kuendigungsfrist, gueltiger Preisstand
Lesen Sie Ihren Zaehler einmal pro Quartal selbst ab und dokumentieren Sie den Stand mit Datum und Foto. Abgeschaetzte Verbrauchswerte des Netzbetreibers weichen nicht selten um mehrere hundert Kilowattstunden ab und sind eine haeufige Ursache fuer unerwartete Nachzahlungen.

Vertragslaufzeit, Preisgarantie und Kuendigungsfrist

Neben dem Preis entscheiden die Vertragsbedingungen darueber, ob ein Angebot wirklich guenstig ist. Ein sehr niedriger Arbeitspreis mit kurzer Preisgarantie kann nach sechs Monaten teurer sein als ein mittlerer Preis mit zwolfmonatiger Garantie.

Notieren Sie den Tag des Vertragsbeginns und setzen Sie sich eine Erinnerung zwei Monate vor Ablauf der Erstlaufzeit. Wer in der automatischen Verlaengerung landet, zahlt dort meist deutlich hoehere Preise als in einem neu abgeschlossenen Tarif.

Anbieterwechsel: so laeuft er ab

Der Wechsel des Stromanbieters ist in Deutschland standardisiert und dauert in der Regel zwei bis sechs Wochen. Die Stromversorgung ist durchgehend gesichert - es gibt keine Unterbrechung, weil das Netz und der Zaehler beim oertlichen Netzbetreiber bleiben. Nur die Belieferung wechselt.

  1. Jahresverbrauch aus der letzten Rechnung ablesen oder schaetzen
  2. Zaehlernummer beziehungsweise Marktlokations-ID notieren
  3. Angebote mit Postleitzahl und Verbrauch vergleichen, nicht mit bundesweiten Durchschnittswerten
  4. Vertragsbedingungen pruefen: Preisgarantie, Laufzeit, Kuendigungsfrist, Bonusbedingungen
  5. Auftrag erteilen - der neue Anbieter kuendigt den alten Vertrag in der Regel selbst
  6. Zaehlerstand zum Wechseltag melden, falls der Netzbetreiber ihn nicht selbst erfasst
  7. Nach vier bis sechs Wochen die Abschlagsrechnung und die Bestaetigung des neuen Anbieters pruefen

Serioese Angebote erkennen Sie an einer klaren Preisgarantie, transparenten Vertragsbedingungen und einer nachvollziehbaren Erreichbarkeit. Vorsicht ist bei Vorkasse-Tarifen, sehr hohen Boni im Verhaeltnis zum Grundpreis und bei unerbetenen Haustuer- oder Telefonvertraegen geboten. Bei Letzteren gilt ein Widerrufsrecht von 14 Tagen.

Haeufige Fragen

Wie hoch ist der Strompreis pro kWh 2026 in Deutschland?

In der Grundversorgung lagen die Arbeitspreise 2026 meist zwischen 38 und 45 ct/kWh, guenstige Sondervertraege starteten bei etwa 28 bis 31 ct/kWh. Hinzu kommt ein Grundpreis von rund 8 bis 16 Euro pro Monat. Der genaue Wert haengt von Postleitzahl und Verbrauch ab.

Wie viel Strom verbraucht ein 2-Personen-Haushalt im Jahr?

Ueblich sind etwa 2.500 kWh fuer einen Zwei-Personen-Haushalt ohne elektrische Warmwasserbereitung. Mit elektrischem Durchlauferhitzer oder Homeoffice koennen es 3.500 bis 4.000 kWh sein. Ein Single-Haushalt liegt bei circa 1.500 kWh.

Was ist Unterschied zwischen Grundversorgung und Sondervertrag?

Die Grundversorgung ist der gesetzliche Standardtarif des oertlichen Versorgers, ist jederzeit verfuegbar und meist kurzfristig kuendbar, aber deutlich teurer. Sondervertraege sind frei ausgehandelte Angebote mit fester Laufzeit und Preisgarantie, die Haushalten je nach Verbrauch mehrere hundert Euro im Jahr sparen koennen.

Was bedeutet Preisgarantie beim Stromvertrag?

Die Preisgarantie sichert den vereinbarten Arbeitspreis und meist auch den Grundpreis fuer einen bestimmten Zeitraum ab. Steuern, Umlagen und Netzentgelte sind in fast allen Tarifen ausgenommen. Eine Garantie von zwolf Monaten gilt als sinnvoller Mindeststandard.

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